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Zentrum - Praxis

Mathematische Modelle und Algorithmen für die Analyse sozialer Netze mit Anwendungen auf die Analyse politischer Systeme.


Die Analyse komplexer (sozialer) Netzwerke hat in den letzten zehn Jahren ernorm zugenommen. Stochastische Modelle spielen bei diesen Untersuchungen zwar eine wichtige Rolle, doch leider beschränken sich Modelle und Softwarelösungen häufig auf Methoden zur zufälligen Erzeugung von Netzwerkstrukturen.
rachtet.


Mathematische Modelle


Interessant sind jedoch auch Frage wie diese: Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist eine Interaktion (Kommunikation) zwischen Akteuren eines sozialen Netzwerks möglich? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für eine Kooperation innerhalb einer spezifizierten Gruppe von Akteuren? Welche mittlere Anzahl autonom agierender Gruppen ist zu erwarten?

Um den Einfluss des Zufalls bei Interaktionen zwischen Akteuren auf Netzwerkstrukturen zu untersuchen, werden Modelle und Kenngrößen identifiziert und in der Programmiersprache C++ implementiert. Bipartite Modelle und Clustering-Kenngrößen stehen im Zentrum des derzeitigen Ansatzes. Dabei soll stets eine soziologisch relevante Interpretation, Input aber auch aus so unterschiedlichen Richtungen wie der statistischen Physik und der Theorie von Kommunikationsnetzwerken möglich sein. Ziel ist außerdem eine Anbindung an bestehende Analyseumgebungen wie zum Beispiel Pajek.

Die auf diese Weise entwickelten Werkzeuge werden in einem weiteren Schritt zur Untersuchung komplexer politischer Handlungssysteme angewandt. Dazu stehen relationale Daten der Forschungsgruppe Transparentes Parlament vom 14. bis 16. Deutschen Bundestag zur Verfügung.

Diese Daten sind ausschließlich öffentlich zugängliche Angaben über die Mitglieder des Bundestages, die infolge deren Offenlegungspflicht zur Verfügung stehen. Im Mittelpunkt der Analyse der Forschungsgruppe steht die Frage, wie bei den aktuellen Entscheidungsprozessen in den einzelnen Fachausschüssen jene informellen Beziehungen entstehen, die es über politische und ideologische Trennlinien hinweg den Parlamentariern ermöglichen, ihre Fachkompetenz zu entfalten und damit zu messbaren Erfolgen oder Misserfolgen der einzelnen Politikfelder beizutragen.