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Lounge -
Skizzenbuch
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Geschrieben von: Cathleen Stützer
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Frühjahrstagung in Karlsruhe Am 15./ 16. Mai 2008 fand die diesjährige Frühjahrstagung der AG „Netzwerkforschung“ (i. Gr.) der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) in Karlsruhe statt. An diesen zwei Tagen wurden ca. 15 Papers diskutiert und eine große Bandbreite an reichhaltigen Beiträgen zum Thema „Grenzen von Netzwerken“ geliefert.
Zu Beginn der Tagung diskutierte Athanasios Karafillidis (Universität Aachen) in Bezug auf die Netzwerktheorie von H. White „Networks do not have boundaries.“ die Operationalisierung der Grenzforschung in der Netzwerktheorie. Kopplung und Entkopplung stellte Karafillidis dabei in den Mittelpunkt seiner Diskussion, um damit Systemtheorie und Netzwerkforschung zu verbinden.
Mit der Frage, ob die Untersuchungsgegenstände der sozialen Netzwerkanalyse als Systeme oder Grenzen zu betrachten sind, brachte Jan Fuhse (Universität Stuttgart) die Verknüpfung von Feld- und Systemkonzepten mit der Netzwerktheorie in einen theoretischen und methodologischen Kontext. Im Tagungsbeitrag „Grenzen der Erfassung = Grenzen von Netzwerken“ diskutierte Christian Stegbauer (Universität Frankfurt) ob und wie die Grenzen konstruierter Netzwerke (Untersuchungsgegenstand Wikipedia in Zusammenarbeit mit Alexander Rausch) hinsichtlich Ihrer Verwertbarkeit auf die „Realwelt“ übertragbar sind. Er verwies dabei vornehmlich auf die strukturelle Positionierung von Akteuren und beschrieb zusätzlich die Auswirkungen auf die reale Situation.
Mit der Problematik der Grenzziehung von one-mode Netzwerken beschäftigten sich Thomas N. Friemel (Universität Zürich) und Andrea Knecht (Universität Erlangen-Nürnberg) in Ihren Ausführungen. Anhand der Untersuchungen in Schulklassen wurde die rein numerische der relationalen Behandlung von Netzwerkdaten gegenüber gestellt. Sie haben damit die unübersehbaren Vorteile der Netzwerkanalyse aufgezeigt.
Per Kropp (IAB Sachsen) und Martin Wrobel (IAB Niedersachsen) befassten sich in Ihren Beiträgen besonders mit der Bedeutung der Netzwerktheorie für die angewandte Wissenschaft. Unabhängig voneinander stellten Kropp (Untersuchungen zu Pendlernetzwerken) und Wrobel (Untersuchungen zur regionalen Strukturentwicklung) das Leistungsvermögen der Netzwerkanalyse in den Mittelpunkt ihrer kritischen Diskussion.
Unter dem Thema „Emotionen als ‚verborgene‘ Basis sozialer Beziehungen“ stand Roger Häußlers (Universität Karlsruhe) interessanter Beitrag. Er postulierte, sich zunehmend mit „Emotionen als prägende Kategorie sozialer Beziehungen zu befassen“ und somit auch emotionssoziologische Aspekte in die Netzwerkforschung zu integrieren.
Im Vordergrund des Beitrags von Sophie Mützel (Universität Berlin) stand die theoretische Positionierung der relationalen Soziologie. Angereichert mit den Perspektiven u.a. von Abbott, White, Tilly und Latour wurde von Mützel vor allem die Differenzierung der Methodik in der Netzwerktheorie betrachtet.
Die zweite Arbeitstagung nach Frankfurt hat wieder einmal aufgezeigt, wie essentiell die Weiterentwicklung der Relationstheorie auf Basis von System- und Feldtheorie für das Verständnis in der Netzwerkforschung ist. Die Interdisziplinarität der einzelnen Teilnehmer, die Kombination aus Sozialtheorie und angewandter Wissenschaft ist der Grundstein für die zukünftig erfolgreiche Weiterentwicklung der Netzwerkforschung in Deutschland!
Ich freue mich schon auf Jena im Herbst diesen Jahres! |
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