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Wissenschaftsjahr 2008 PDF Drucken E-Mail
Lounge - Skizzenbuch
Geschrieben von: Peter Tittmann   

Das Jahr der Mathematik


Seit dem Jahr 2000 veranstaltet das Bundesministerium für Bildung und Forschung Wissenschaftsjahre. Für das Jahr 2008 wurde die Mathematik als Thema des Wissenschaftsjahres gesetzt. Das Ziel dieser Initiative ist es, die öffentliche Darstellung der faszinierenden Vielfalt der Mathematik sowie ihrer Bedeutung für zahlreiche Anwendungen zu verbessern.

Die Mathematik brachte in ihrer mehr als viertausend Jahre anhaltenden Entwicklung viele wunderbare Erkenntnisse und Überlegungen hervor. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Kulturgeschichte. Sie ist die Sprache in der das Buch der Natur geschrieben ist. Dennoch gibt es heute mehr als je zuvor interessante offene Probleme in der Mathematik, einige davon bereits Jahrhunderte alt. Es ist einerseits faszinierend, was man heute als mathematisch analysieren und berechnen kann, andererseits aber auch, welche scheinbar einfachen Probleme noch allen Lösungsversuchen widerstehen.

Selten zuvor gab es eine Zeit, in der die Anforderungen der Wirtschaft, Industrie, Forschung und Entwicklung sowie der öffentlichen Hand – kurz, der gesamten Gesellschaft – an die Mathematik so gewaltig und vielfältig waren, wie sie es heute sind. Fast täglich stellt die moderne Informationsgesellschaft der Mathematik neue und anspruchsvolle Aufgaben und befruchtet sie somit unentwegt.

Aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft, Technik und Wirtschaft sind von einer immer stärkeren Anwendung mathematischer Methoden gekennzeichnet. In Kreditkarten, Mobiltelefonen, Satellitenempfängern und im ABS treffen wir auf versteckte und häufig leider nur Fachleuten bekannte Anwendungen der Mathematik im alltäglichen Leben. Auch in den Wissenschaften tritt die Mathematik oft nur in verdeckter Form auf. So ist zum Beispiel die Entschlüsselung der menschlichen Gensequenz im Wesentlichen auch ein mathematischer Erfolg.

An der Hochschule Mittweida spielt die Mathematik bereits seit der Gründung als Technikum Mittweida 1867 eine wesentliche Rolle in der Ausbildung. Seit 1991 gibt es am Fachbereich Mathematik/Physik/Informatik Mathematikstudiengänge, die heute als Bachelorstudiengang Angewandte Mathematik und als Masterstudiengang Diskrete und Computerorientierte Mathematik fortgesetzt werden. Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Graphentheorie und Zuverlässigkeitstheorie wurden unter
anderem von der Deutschen Telekom, vom Sächsischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. Gegenwärtig entwickeln wir in einem vom SMWK geförderten Projekt mathematische Modelle für die Analyse sozialer Netzwerke.

Im Jahr der Mathematik führen wir vielfältige Veranstaltungen durch. Dazu gehören:
  • Ein Schnupperstudium für Schüler,
  • Projekte zur Mathematik an Gymnasien der Landkreises Mittweida,
  • Ein Absolvententreffen aller ehemaligen Mathematikstudenten der Hochschule Mittweida (26. September 2008),
  • Die Gestaltung einer Ausstellung zur Mathematik (22. September bis 2. Oktober 2008, Haus 5, Hochschule Mittweida),
  • Die Organisation eines Workshops "Angewandte Graphentheorie, Netzwerke und Komplexität" zur Wissenschaftlichen Konferenz der Hochschule Mittweida (5. und 6.November 2008).